Nachhaltiges Bauen – Green Building für Ihr Zuhause

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Das Thema nachhaltiges Bauen wird immer wichtiger, das betrifft auch den Hausbau. Die lange Lebens- und Nutzungsdauer von Gebäuden sowie der hohe Verbrauch an Ressourcen und Energie, aber auch der Wunsch nach einem gesunden Wohnumfeld, rücken diese Thematik zunehmend in den Fokus von Bauherrn, Bauunternehmen und Baustoffherstellern.

Nachhaltiges Bauen umfasst nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Aspekte. Der Begriff der Nachhaltigkeit, der ursprünglich von der Forstwirtschaft geprägt wurde, spielt auch in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie eine wichtige Rolle. Die Regierung hat dafür im Baubereich verschiedene Schutzziele definiert.

Was ist Nachhaltiges Bauen?

Das Thema Nachhaltigkeit und der Begriff an sich tauchten erstmals im Zusammenhang mit forstwirtschaftlichen Zielen auf.

Seit den 1980er Jahren spielt er auch im Bereich des Hausbaus und in der Sanierung eine wichtige Rolle. Den Einstieg bildete die Einführung der 1. Wärmeschutzverordnung im Jahr 1977, weitere Meilensteine sind die Entwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und die Einführung der Energieeinsparverordnung im Jahr 2002 oder das Erneuerbare-Energien-Gesetz aus dem Jahr 2009. Nachhaltiges Bauen und Wohnen wird staatlich gefördert, um die Klimaziele wie die Reduktion von Treibhausgasen und des Primärenergiebedarfs von Gebäuden zu erreichen.

Zuallererst bedeutet nachhaltiges Bauen einen sparsamen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Ganz konkret sollte der Fokus auf Baustoffen liegen, die zum einen mit möglichst wenig Energie hergestellt werden können und zum anderen eine lange Lebensdauer aufweisen. Neben der Schadstofffreiheit spielt auch die Recyclingfähigkeit eine wichtige Rolle. Insgesamt geht es um einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt – zum Beispiel durch die Nutzung erneuerbarer Energien für die Heizwärme – eine wirtschaftlich sinnvolle Gebäudenutzung über dessen komplette Lebensdauer und ein Wohnumfeld, in dem wir auftanken und uns erholen können. Ein Gebäude kann dann als nachhaltig betrachtet werden, wenn bei der Planung folgende Gesichtspunkte berücksichtigt werden:

Nutzung von erneuerbaren Energien

Die Nutzung von Sonnenenergie in Form von Solarzellen und Photovoltaik zur Erzeugung von Wärmeenergie und Strom, aber auch andere erneuerbare Energieerzeuger wie Blockheizkraftwerke, Biomasseheizung, Holzheizungen oder Wärmepumpen sparen die knapper werdenden fossilen Brennstoffe ein. Gleichzeitig wird der Ausstoß von Treibhausgas reduziert und damit das Klima und die Umwelt geschont.

Gebäude als Selbstversorger

Auch wenn dieser Punkt vielfach noch Zukunftsmusik ist, stellt er doch einen wichtigen Faktor beim nachhaltigen Bauen dar. Energieautarke Gebäude, die sich selbst mit Strom und Heizenergie versorgen, bieten ganz neue Möglichkeiten der Klimafreundlichkeit. Erste Schritte gehen die Planer mit Null- oder Plus-Energiehäusern, die aufgrund der hohen Energiestandards kaum noch Fremdenergie benötigen. 

Nachhaltige Baustoffe

Baustoffe aus natürlichen Materialien, die ohne hohen Energiebedarf hergestellt werden, langlebig sind und am Ende durch Recycling in den Kreislauf zurückgeführt werden können, sparen nicht nur Energie und Ressourcen, sondern schaffen gleichzeitig ein gesundes Wohnumfeld. Die Entwicklung geht zunehmend hin zu innovativen Baustoffen, wie zum Beispiel biologisch abbaubaren Materialien oder Phasenwechselmaterialien, die in der Lage sind, Wärme aufzunehmen und wieder abzugeben. Als nachhaltig gelten Baustoffe auch dann, wenn sie regional produziert sind. Dies gilt zum Beispiel für Mauer- und Dachziegel, die in einem Ziegelwerk in der Umgebung Ihres Baugrundstücks hergestellt werden und für die entsprechend wenig Energie für den Transport zur Baustelle aufgewendet werden muss.

5 gute Gründe für nachhaltiges Bauen

Aktuell ist nachhaltiges Bauen im Vergleich zur konventionellen Bauweise meist noch teurer. Zumindest auf den ersten Blick.

Sehen Sie genauer hin, bietet diese Bauweise, die auf Langlebigkeit und Schadstofffreiheit setzt, viele Vorteile, die die anfangs höheren Investitionskosten leicht wieder wegmachen.

  1. Gesunde Wohnumgebung

Noch vor wenigen Jahren wurden im Baubereich Stoffe verwendet, die kurz- oder langfristig negative gesundheitliche Auswirkungen hatten und haben.

Dazu gehören zum Beispiel Formaldehyd, Asbest oder chemische Verbindungen, die durch Ausgasen oder Ausdünsten in die Raumluft gelangen und sich negativ auf die Gesundheit der Bewohner auswirken.

Da diese ungünstigen Wirkungen auf die Gesundheit meist schleichend auftreten, wird oft kein Zusammenhang zwischen Schadstoffen im Haus und dem eigenen Wohlbefinden gesehen. Mittlerweile sind glücklicherweise viele schädliche Verbindungen vom Markt genommen, Gütesiegel und der EMI-CODE machen es möglich, wohngesunde, schadstofffreie Baustoffe zu identifizieren und langfristig gesund zu bleiben.

  1. Allergiker leben leichter

Die Schadstoffe aus vielen konventionellen Baustoffen machen vor allem Allergikern und umweltsensiblen Menschen zu schaffen. Gerade für diese Bevölkerungsgruppen bringt ein nachhaltiges und damit schadstoffarmes Wohnumfeld einen eindeutigen gesundheitlichen Vorteil. Unterstützt wird die Wirkung durch neue Effizienzstandards, die eine kontrollierte Wohnraumlüftung vorschreiben. Durch innovative Filtertechniken werden Schadstoffe und Allergene gefiltert und die Luft in den Wohnräumen ist sauber und unbelastet.

  1. Werterhalt – Wertsteigerung

Wer heute nachhaltig baut, profitiert in der Zukunft vom Werterhalt und sogar der Wertsteigerung der Immobilie. Standards, die heute noch kein Muss sind, zum Beispiel was die Energieeffizenz eines Hauses oder dessen Schadstofffreiheit angeht, werden in der Zukunft zum maßgeblichen Faktor für den Wert eines Hauses. Wenn Sie jetzt hochwertig und nachhaltig bauen, wirkt sich das auf die Lebenszyklusdauer des Gebäudes und seine Einstufung bei einem eventuellen Verkauf positiv aus.

  1. Förderung

Nachhaltige Bauweisen werden – insbesondere wenn es um die Energieerzeugung geht – staatlich gefördert. Die Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) unterstützt Bauherrn, die ein nachhaltiges Wohnhaus planen mit attraktiven Zuschüssen und zinsvergünstigten Krediten, durch die die Mehrkosten beim nachhaltigen Bauen teilweise abgepuffert werden. Werden bestimmte Kriterien der Nachhaltigkeit eingehalten, erhält Ihr Wohnhaus das staatliche Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude“ (QNG) und Sie profitieren von besonders hohen Fördersummen. 

  1. Langfristig sparen

Stellen Sie die höheren Herstellkosten den langfristigen Einsparungen gegenüber, ist das nachhaltig gebaute Haus längst nicht mehr so teuer, wie ursprünglich gedacht. Sie sparen an vielerlei Stellen Kosten ein. Dazu gehören natürlich in erster Linie Heizkosten, aber auch Folgekosten durch Reparaturen und den Austausch von Bauteilen. Denn nachhaltig bauen heißt auch, mit hochwertigen Baustoffen zu bauen, die eine lange Lebensdauer aufweisen. 

Planungsgrundlagen für nachhaltiges Bauen

Beim nachhaltigen Bauen wird ein Gebäude ganzheitlich betrachtet. Es kommt also bei der Planung nicht nur auf gesunde Baustoffe und eine umweltfreundliche Heizung an, genauso spielen Gebäudeform, Grundrissgestaltung, Ausrichtung auf dem Grundstück oder die geplante Nutzung eine wichtige Rolle. 

Gebäudeform und Grundriss

Je kompakter ein Baukörper ist, umso geringer ist seine Außenfläche im Verhältnis zum Volumen. Diese abstrakt anmutende Aussage bedeutet in der Praxis: Je weniger Ecken und Kanten Ihr Haus aufweist, umso kleiner ist die Außenfläche und umso weniger Energie kann entweichen. Man spricht hier auch vom A/VV-Verhältnis. Je kleiner dessen Wert, umso geringer ist der Energiebedarf pro m³ beheizten Raum. Mit einer kompakten Bauweise unterstützen Sie also das Einsparen von Energie und damit auch die Nachhaltigkeit eines Gebäudes. 

Der Grundriss sollte ebenfalls nach nachhaltigen Gesichtspunkten geplant sein. Ein hohes Maß an Flexibilität hinsichtlich der Raumnutzung stellt sicher, dass das Haus auch später noch den Ansprüchen der Bewohner entspricht, bzw. entsprechend umgenutzt werden kann. Durch die richtige Ausrichtung der Räume nach den Himmelsrichtungen kann die Sonnenenergie im Haus als solarer Gewinn verbucht werden. 

Baustoffe

Nachhaltigkeit hängt eng mit Umweltschutz und Ökologie zusammen. Ein hohes Maß an natürlichen und recyclingfähigen Baustoffen in hoher Qualität sichern ein gesundes Wohnumfeld sowie eine lange Lebensdauer. Besonders nachhaltig sind Holzbauweisen, aber auch das Bauen mit Mauerziegeln, Kalksandstein oder Porenbeton kann nachhaltig sein. Zwar bestehen diese Baustoffe nicht aus erneuerbaren, jedoch aus natürlichen Materialien und können nach der Nutzung recycelt werden. Auch für den Innenbereich gibt es für jeden Einsatzzweck natürliche und umweltfreundliche Baustoffe wie Kalkputz, Naturfarben oder natürliche Bodenbeläge wie Holz, Linoleum oder Kork. Um sicher zu gehen, dass es sich bei den gewählten Materialien auch wirklich um nachhaltige und schadstofffreie Produkte handelt, lohnt es sich, auf die seriösen Gütesiegel wie natureplus, Cradle to Cradle (C2C), GEV-Emicode oder das RAL-Gütezeichen zu achten.

Haustechnik

Die Haustechnik beim nachhaltigen Bauen ist auf erneuerbare Energien und möglichst sparsamen Umgang mit Energie ausgerichtet. Das betrifft die Heizungstechnik, aber auch die gewählten Installationen und Geräte:

  • Smart Home für einen sparsamen und effizienten Einsatz von Energie, zum Beispiel für Heizung und Lichtsteuerung
  • Verwendung von energiesparenden Elektrogeräten
  • Erneuerbare Energien für die Heizungsanlage (Wärmepumpe, Blockheizkraftwerke, Solarthermie)
  • Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung
  • Wassersparende Armaturen
  • Regenwasser- und Brauchwassernutzung

Energieeffizienz im nachhaltigen Haus

Ein möglichst geringer Verbrauch von Heizenergie ist eine der wichtigsten Säulen im nachhaltigen Wohnhaus. Denn wer Energie einspart, schont die Umwelt und damit die natürlichen Ressourcen. Nachhaltigkeit lässt sich dabei mit den verschiedenen Varianten von Energiesparhäusern erzielen, insbesondere dann, wenn die hohen Dämmwerte – Basis für einen geringen Energiebedarf – mit nachhaltigen, also erneuerbaren Baustoffen erzielt werden. Wird dieses Konzept mit einer umweltfreundlichen Heizungsanlage kombiniert, haben Sie Ihr Ziel nachhaltig zu bauen, bereits weitgehend umgesetzt.

Was kostet nachhaltiges Bauen?

Die Sorge, dass ein nachhaltig geplantes Haus deutlich teurer ist als ein konventionelles, ist nur zum Teil richtig. Es kommt dabei auf die Perspektive an. Studien haben gezeigt, dass die anfänglichen Investitionskosten beim nachhaltigen Bauen um 10 bis 30 % höher liegen. Diese Mehrkosten lassen sich zumindest teilweise abfangen: Durch Einsparungen an der Ausstattung und durch die Inanspruchnahme von Fördermitteln für ökologisches Bauen und eine hohe Energieeffizienz. Betrachtet man die Einsparungen im Bereich der Heizenergie und die vermutliche Entwicklung der Kosten für Gas und Öl, ist davon auszugehen, dass sich die zusätzlichen Investitionen in einigen Jahren durch geringere Ausgaben amortisieren.