Haus renovieren und sanieren

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In Deutschland stehen rund 22 Millionen Gebäude, die etwa 35 % der in Deutschland verwendeten Energie verbrauchen. Dazu leisten Altbauten mit einem bis zu 5x höheren Energieverbrauch gegenüber Neubauten und sanierten Häusern einen entscheidenden Beitrag.

Energieeffizienz ist einer der Hauptgründe, die dafür sprechen ein Haus zu renovieren, weitere sind Schäden an der Bausubstanz, Überalterung und der Wunsch nach einer modernen, zeitgemäßen Einrichtung.

5 gute Gründe fürs Renovieren

Ein Haus zu renovieren ist eine große Investition, die Sie wahrscheinlich wie die meisten Menschen über einen Kredit finanzieren müssen. Ebenso kommt es über einen längeren Zeitraum zu Beeinträchtigungen, wenn Sie bereits in Ihrem Haus wohnen. Den Kosten und Unannehmlichkeiten, die eine Renovierung mit sich bringt, stehen einige wirklich gute Gründe gegenüber:

Energieeinsparung und Klimaschutz

Die Sanierung der Gebäudehülle durch zusätzliche Dämmmaßnahmen und den Einbau hochdämmender Fenster und Türen leistet einen erheblichen Beitrag zur Einsparung von Energie und dient gleichzeitig dem Klima- und Umweltschutz.

Die Investitionskosten amortisieren sich im Laufe der Nutzungszeit Ihres Hauses durch um bis zu 30 % niedrigere Heizkosten.

Werterhalt und Wertsteigerung

Der Zustand der Bausubstanz ist neben Größe und Standort eines Hauses ein wichtiger Wertfaktor. Werten Sie den Baustandard und die Qualität der Bausubstanz durch eine Renovierung auf, reduzieren Sie das Risiko von Folgeschäden, erhalten also den Wert des Hauses.

Perspektivisch kommt es außerdem zu einer Wertsteigerung durch höhere energetische oder technische Ausstattungsstandards.

Besseres Wohnklima und mehr Wohnkomfort

Durch die Renovierung des Hauses und die Verwendung moderner und zeitgemäßer Baustoffe und Installationen lässt sich zum einen das Wohnklima deutlich verbessern – zum Beispiel durch die Verwendung von Naturmaterialien – und zum anderen der Wohnkomfort erhöhen. Sind Elektro- oder Sanitärinstallation in die Jahre gekommen, lassen sich diese durch moderne Installationen ersetzen und aufwerten, so zum Beispiel durch die Integration von Smart Home Komponenten.

Barrierefrei Wohnen im Alter

Eine Hausrenovierung ist der ideale Zeitpunkt, um in Ihrem Wohnhaus für die Zukunft vorzusorgen. So kann zum Beispiel bei einer Badrenovierung die Barrierefreiheit berücksichtigt werden, gleiches gilt, wenn Fußbodenbeläge ausgetauscht werden: Durch den Verzicht auf Schwellen werden Sie sich auch später frei in Ihren Räumen bewegen können. Ein weiteres Argument für die barrierefreie Renovierung: Der Staat fördert diesen Umbau mit attraktiven Programmen.

Schallschutz verbessern

In Altbauten spielt ein mangelhafter Schallschutz häufig eine Rolle für den Wohnkomfort. Durch dünne Außenwände und schlecht gedämmte, bzw. undichte Fenster dringt Schall von außen in die Räume und beeinträchtigt das Wohngefühl. Auch innerhalb der Räume kommt es durch mangelnden Schallschutz und eine fehlende Trittschalldämmung zu Lärmbelästigungen. Im Zuge der Renovierung können Sie Verbesserungen erreichen, zum Beispiel durch Schallschutzfenster oder den Einbau einer Trittschalldämmung unter dem Bodenbelag im Obergeschoss.

Sinnvolle Renovierungsarbeiten

Planen Sie die Renovierung Ihres Hauses gibt es einige Arbeiten, die besonders sinnvoll sind. Diese beziehen sich auf die Erhaltung der Bausubstanz und mehr Energieeffizienz, aber ebenso auf eine Steigerung des Wohnkomforts. Wir haben Ihnen nachfolgend fünf Vorschläge zusammengefasst, die wir für sinnvoll erachten:

Gebäudehülle und Dach

Aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Keller oder dem Fundament durchfeuchten die Außenwände und schädigen die Bausubstanz, mangelnde Dämmwerte der Gebäudeaußenhülle erhöhen den Energieverbrauch und können die Bausubstanz durch Wärmebrücken und Schimmelbildung ebenso schädigen. Die Renovierung von Gebäudehülle und Dach in Hinblick auf Dämmung und Dichtigkeit stellt deshalb eine der grundlegenden und sinnvollsten Maßnahmen der Gebäudesanierung, bzw. -renovierung dar.

Fußboden

Der sichtbare Teil des Fußbodens, also der oberste Belag, entspricht in Altbauten häufig nicht modernen Ansprüchen. Auch hinsichtlich der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Materialien können hier schnell Bedenken entstehen, zum Beispiel bei alten PVC-Belägen. Insbesondere dann, wenn nicht nur der Fußboden selbst, sondern auch die darunterliegende Geschossdecke sowie Unterkonstruktionen und Dämmung beschädigt oder nicht vorhanden sind, lohnt sich eine umfassende Fußbodensanierung für mehr Wohnkomfort, modernes Wohnambiente, Wärme- und Schallschutz. 

Bäder

In vielen Bestandsbauten sind noch die erstmalig eingebauten Bäder vorhanden. Dies gilt auch für die Abwasser- und Wasserinstallation. Bei der Badrenovierung sollten Sie deshalb genau hinschauen, ob neben Fliesen und Sanitäranlagen auch die Installationen sowie die Abdichtung gegen Feuchtigkeit in Bereich von Badewanne und Dusche einer Renovierung bedürfen. Die Badrenovierung spielt insbesondere auch in Hinblick auf den Wellnesscharakter des Badezimmers eine Rolle.

Elektroinstallation

Alte Elektroinstallationen bieten längst nicht mehr den Komfort, den für unser hoch technologisiertes Wohnen mit vielen Elektrogeräten, den hohen Ansprüchen an die Telekommunikation sowie dem Smart Home erforderlich sind. Weiterhin stellen diese Installationen häufig eine reale Gefahr durch schlecht abgesicherte Stromkreise oder marode Leitungen dar. Bei der Hausrenovierung sollten Sie die vorhandene Elektroinstallation deshalb gründlich prüfen und bei Bedarf erneuern sowie gleichzeitig den Ausstattungsstandard auf das für Sie sinnvolle Maß erhöhen. 

Heizungsanlage

Nicht nur aufgrund der gesetzlichen Vorschriften werden Sie früher oder später über die Modernisierung Ihrer Heizungsanlage nachdenken. Ebenso wichtig sind die Einsparmöglichkeiten, die moderne Heiztechnik bietet. Regenerative Energieträger wie Solarthermie, Wärmepumpen, Holzpellet- oder Biomasseheizungen liefern umweltfreundliche Wärmeenergie. Auch wenn die Investitionskosten hoch sind, profitieren Sie langfristig von niedrigeren Heizkosten, hohem Anlagenkomfort, einem angenehmen Wohnklima und einer Wertsteigerung für Ihr Haus. Der Anlagentausch wird unter Umständen staatlich gefördert.

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Renovierung richtig planen

Geht es nur um die Renovierung einzelner Räume aufgrund von Schönheitsreparaturen, ist der Planungsaufwand relativ gering. Anders sieht es bei umfassenden Sanierungsmaßnahmen aus. Diese sollten Sie sorgfältig vorbereiten.

Ist-Zustand der Immobilie

Im ersten Schritt werden – idealerweise von einem Fachmann oder einem Sachverständigen – die Bausubstanz sowie der Zustand der technischen Anlagen aufgenommen. Diese Bestandsaufnahme bildet die Grundlage für die späteren Sanierungsmaßnahmen und die Basis der Finanzierung.

Maßnahmenliste erstellen

Im Folgenden werden alle notwendigen Renovierungen zusammengestellt. Die Arbeiten unterteilen sich in verschiedene Abschnitte wie energetische Sanierungsmaßnahmen, die Renovierung der Gebäudehülle wie Dachdämmung oder neue Fenster, nötige Maßnahmen einzelner Bereiche wie Bad oder Küche, die technische Renovierung von Installationen oder der Heizungsanlage. Ebenfalls Teil der Arbeiten sind Putzarbeiten, Anstriche oder neue Bodenbeläge.

Rechtliche Grundlagen

Renovierungsarbeiten im Innenbereich oder Schönheitsreparaturen können in vielen Fällen ohne weitere rechtliche Konsequenzen durchgeführt werden. Sind umfassende Maßnahmen geplant, wie zum Beispiel die Sanierung der Gebäudehülle oder Umbauten, müssen Sie überprüfen, ob ein Bauantrag erforderlich ist. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie den Rechtsvorschriften bei denkmalgeschützten Häusern widmen. Die Denkmalschutzbehörden können Auflagen und Vorschriften erlassen, die die Renovierung beeinflussen. 

Finanzierung

Anhand der geplanten Maßnahmen können Sie nun Ihre Finanzierung auf die Beine stellen. Dazu wird im ersten Schritt eine Kostenschätzung erstellt, zum Beispiel anhand der Kostengruppen nach DIN 276 oder über Kostenvoranschläge von Handwerkern und Bauunternehmen. Denken Sie bei der Finanzierung auch an eine Reserve. Gerade bei Renovierungen kommt es immer wieder zu zusätzlichen Kosten durch Folgearbeiten. Neben Eigenkapital und einem Bankdarlehen können auch Förderungen einen wichtigen Baustein der Finanzierung darstellen. 

Planung der Bauarbeiten

Falls Sie die Ausführung der Arbeiten selbst organisieren, ist es wichtig, einen koordinierten Zeit- und Ablaufplan zu erstellen. Dazu ist es erforderlich, die Arbeiten in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, Handwerker entsprechend zu beauftragen und diese zeitlich einzutakten. Wichtig zu diesem Zeitpunkt ist die Entscheidung über die verwendeten Baumaterialien, Bodenbeläge und Wandfarben sowie die Auswahl der technischen Anlagen.

Die Bauphase

Zum Baubeginn der Renovierung muss die Baustelle entsprechend vorbereitet sein. Das heißt, Sie müssen aus den betroffenen Bereichen die Möbel und weitere Einrichtungsgegenstände ausgeräumt haben und eventuell auch selbst für den Sanierungszeitraum eine neue Unterkunft beziehen. Falls Sie die Bauarbeiten selbst koordinieren, sollten Sie regelmäßig vor Ort sein und den Bauablauf überwachen und steuern. Ebenfalls sinnvoll ist eine möglichst ausführliche Dokumentation der Arbeiten. Alternativ können Sie die Bauleitung auch an einen Architekten oder Bauleiter übergeben. Dies ist auf jeden Fall erforderlich, wenn Ihre Renovierung, bzw. Sanierung genehmigungspflichtig ist.

Sanieren oder Renovieren?

Umgangssprachlich werden diese beiden Begriffe häufig synonym verwendet, doch es gibt entscheidende Unterschiede:

  • Von einer Renovierung spricht man in der Regel dann, wenn es um die Aufwertung oder Verschönerung eines Gebäudes geht. Dazu gehören ein neuer Anstrich, der Austausch veralteter Bodenbeläge oder die Erneuerung der Badezimmerfliesen und der Sanitäreinrichtung. 
  • Um eine Sanierung handelt es sich, wenn Schäden an der Bausubstanz beseitigt werden oder eine Eigenschaft des Gebäudes – wie zum Beispiel die Dämmung der Fassade – aufgewertet wird. Auch Schimmelentfernung, die Trockenlegung von Mauerwerk oder die Beseitigung von Rissen im Putz gehören im Grunde genommen in den Bereich der Sanierung.

In der Praxis gehen die beiden Begriffe häufig ineinander über. So gehört zu einer Badezimmerrenovierung häufig auch der Austausch der Wasserleitungen. Wird der Putz in den Räumen erneuert, zieht dies oft auch eine teilweise oder vollständige Modernisierung der Elektroinstallationen nach sich.

Förderung vom Staat für Renovierungsmaßnahmen

Für viele Renovierungs-, bzw. Sanierungsarbeiten können Sie staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen. Diese werden über die Bundesförderung energieeffiziente Gebäude (BEG) gewährt. Gefördert werden Gesamtprojekte wie auch Einzelmaßnahmen, insbesondere solche, die die Energieeffizienz eines Gebäudes verbessern. Dazu gehören die Modernisierung oder der Austausch der Heizung, der Einbau neuer Fenster, die Fassaden- oder Dachdämmung. Ebenfalls förderfähig sind Renovierungs- und Umbaumaßnahmen in Zusammenhang mit der Barrierefreiheit. Eine weitere Möglichkeit, die Finanzierung durch Fördermittel zu ergänzen, bieten regionale Förderprodukte oder solche, die von den einzelnen Bundesländern ausgeschrieben werden. Bei fast allen Förderungen ist es Grundbedingung, dass mit den Maßnahmen erst dann begonnen werden darf, wenn der Fördermittelantrag genehmigt ist.